Zum Abschied von Volker Ledermann

Text und Bilder: Ewald Isenbügel

Liebe Freunde

Am 6. Dezember 2021 ist Volker in Hamburg friedlich eingeschlafen. Wir kämpfen noch darum, ihm den Wunsch zu erfüllen, nicht traurig zu sein, sondern sein Leben zu feiern. So ganz mag es uns noch nicht gelingen, aber die vielen Momente, die an uns vorbeirauschen sind nicht nur Trauer, sondern auch Glück, Dankbarkeit und Freude, dass wir an Volkers 89 Jahren teilhaben durften. 89 so vollgepackte Jahre, dass sie mindestens für zwei Leben hätten reichen können.

Wenige haben in den Anfangszeiten der Islandpferde so viel bewegt, wie Volker Ledermann. Er gründete den Islandpferdeverein Norddeutschland, den Verein Islandhunde. Führte 1960 die ersten Islandpferde ein und wenig später den bekannten Hegst Blöndal. Von 1984 – 1988 war er mein Nachfolger als zweiter Präsident der FEIF. Als Inhaber der Weltfirma Edding in Hamburg hat er für das Islandpferdegeschehen in Island und auf dem Kontinent unglaublich viel bewirkt. Er wird bei seinen Freunden in Island und bei uns unvergessen bleiben.

Volker hat uns zu Indianern gemacht und uns das Glück der Erde im Tölt entdecken lassen. Er hat uns beigebracht, was es heißt, sich von der Natur zu ernähren, vor allem aber sie zu lieben und zu pflegen. Was es heißt, mit unbändigem Mut und Entschlossenheit ein Ziel zu verfolgen, für das man brennt und dann, wenn das Hindernis am höchsten erscheint, nicht zu zögern, sondern mit umso mehr Begeisterung sein Pferd anzutreiben und hinüber zu springen. Er hat uns gelehrt, was Freundschaft ist und dass Erwachsenwerden nichts mit Ernsthaftigkeit und weniger Unfug treiben zu tun haben muss. Und vor allem, dass Fantasie nie erwachsen wird. Natürlich auch immer wieder, dass das Leben zu kurz ist zum Streiten – und für schlechtes Essen (und dass zu jedem guten Essen ein 103er gehört). Er hat uns mit dem Sieker Berg, Sigmundarstadir, Etusis, Dornhügel und der Hispaniola nicht nur viele Zuhause geschenkt, sondern Orte der Magie, des Zaubers und der Hoffnung auf eine Welt, die erhalten werden kann. Er hat auch polarisiert, denn er hat für seine Überzeugungen gekämpft wie ein Löwe. Aber es gibt niemanden, den er getroffen hat, dessen Leben er nicht berührt hätte. Ein unsichtbares Band hatte er zu allen Tieren und allen Kindern – sogar, wenn sie als tote Kaninchen in die Luft gehalten wurden.

Nun reitet Volker ein letztes Mal in den Sonnenuntergang.

Ríðum, ríðum og rekum yfir sandinn, rennur sól á bak við Arnarfell

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